Vervoorst Leichtflugzeuge

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Erstflug des Ultraleichtflugzeuges Delphin

 

Am Donnerstag, dem 19.11.2009 um 11:10 Uhr war es endlich soweit. Nach endlos erscheinendem Warten auf die Zulassung und gutes Wetter stand dem Erstflug des neu entwickelten Ultraleicht-Flugzeuges FV-3 "Delphin" nichts mehr im Wege. Der schwache Wind kam aus östlicher Richtung, was die Nutzung der Startbahn 11 auf unserem Heimatflugplatz Mönchsheide ermöglichte.

Bei dieser Startrichtung hat man bei einem Motorausfall die besten Optionen sicher auf dem Flugplatzgelände oder den umliegenden Äckern zu landen. Da eine ausführliche Bodenerprobung, incl. Rollerprobung, schon erfolgt war, galt es nun unter Ausnutzung der gesamten Bahnlänge (1000 Meter) den ersten Start mit anschließendem Steigflug auf sichere Höhe zu wagen - also Klappen auf 10° gesetzt und Vollgas. Der Startlauf war erstaunlich kurz, der Motor drehte mit knapp 5800 U/Min. Die erwartete Ausbrechtendenz nach links war nur sehr gering - deutlich geringer als bei unserer vereinseigenen Dynamic. Auch mit einiger Erfahrung im Einfliegen von Flugzeugen ist so ein Ereignis spannend - auch, wenn heutzutage die Frage nicht mehr lautet ob ein Flugzeug fliegt, sondern nur wie es fliegt. Aufregender war bisher nur der Erstflug mit dem einsitzigen Prototypen eines Nurflügel-Ultraleichtflugzeuges.

 

Nach Korrektur der Höhenrudertrimmung stieg ich in einem flachen Linkskreis auf ca. 5000 ft, um zunächst Ruderwirkung und -abstimmung zu testen. Beides macht einen guten Eindruck - lediglich die Höhenrudertrimmung mußte später noch etwas nachgestellt werden, da der Trimmbereich nicht perfekt war. Als Nächstes stand der Geradeausflug auf dem Programm. Da der Propeller auf maximale Startleistung eingestellt war, mußte ich den Gashebel nach dem Ausleveln deutlich zurückziehen, um den Motor mit maximal 5400 U/Min. drehen zu lassen. Wichtigste Erkenntnis: Der Delphin fliegt perfekt geradeaus!

Der nächste Programmpunkt war ein erstes Erfliegen des Fahrtmesserfehlers mittels GPS, um bei der Landung verlässliche Informationen über die Geschwindigkeit zu haben.

Ein Parallelflug mit unserer Vereins-Dynamic folgte, um die erflogenen Werte zu überprüfen. Bei dieser Gelegenheit wurden die ersten Bilder vom Delphin in der Luft geschoßen.

Natürlich überwachte ich während des ganzen Fluges auch die Motoranzeigen, die wir mit einem UL-Mip realisiert haben. Hier zeigten sich die Vorzüge des Powerpacks der Firma ROTAX FRANZ: Öl- und Wasserkreislauf sind jeweils mit einem Thermostat und eigenem Kühler ausgerüstet. Die entsprechenden Temperaturen blieben ständig im optimalen Bereich.

Der letzte Programmpunkt - die Landung - verlief dann ebenfalls völlig unspektakulär. Die großzügig dimensinierten Landeklappen sorgen schon in der 10°-Stellung für einen angenehmen Anstellwinkel des Flugzeugs beim Landeanflug und für eine gute Sinkrate. Die Sicht nach vorne ist erheblich besser, als ich erwartet hatte. Man kann bis zum Abfangen gut die Bahn sehen und braucht nicht zu slippen. Beim Ausrunden kurz vor dem Aufsetzen verschwindet die Bahn aus dem Sichtfeld, was bei einem Tandemsitzer mit langer Rumpfnase normal ist. Gerollt wird in Schlangenlinien.

Erstes Fazit: Der Flieger verhält sich so, wie er soll und macht unheimlich viel Spaß!

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 17. Februar 2010 um 09:04 Uhr  

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